Der Bundesgerichtshof sprach am 21. Februar 2017 in Karlsruhe das Urteil: Bausparkassen dürfen Bausparverträge zehn Jahre nach Zuteilungsreife kündigen. Was lange ein viel diskutiertes Thema vor Gericht und in den Medien war, ist nun beschlossen. Auch wenn die Reaktionen einiger Kunden durchaus nachvollziehbar sind, trägt die Gerichtsentscheidung nach Meinung von Wüstenrot und deren Vorstandsvorsitzendem Bernd Hertweck doch langfristig zu positiven Erfahrungen für Bausparer bei.

Bausparverträge sind keine reine Geldanlage

Viele der Altverträge, die in Zeiten hoher Zinsen abgeschlossen wurden und daher auch entsprechend gute Konditionen aufwiesen, werden im Zuge der aktuellen Niedrigzinsphase vermehrt zweckentfremdet: Ursprünglich dafür konzipiert, um ein Darlehen für den Erwerb einer Immobilie oder deren Modernisierung zu erhalten, werden sie nun vermehrt als Kapitalanlage genutzt. Denn die dem Vertrag zugrundeliegenden Habenzinsen sind in der aktuellen Zinsphase verhältnismäßig hoch – daher lassen Kunden ihre zuteilungsreifen Verträge weiterlaufen, sodass sie als gut dotierte, dauerhafte Kapitalanlage dienen. Nach Angaben des Wüstenrot-Anwalts Reiner Hall zahlen Bausparkassen inzwischen in Deutschland nur etwa acht Prozent ihrer Einlagen als Bauspardarlehen aus, wohingegen es früher noch rund 40 Prozent waren.

Stärkung des Bausparkollektivs: Wüstenrot kann weiterhin Planungssicherheit bieten

Wie auch die zuständigen Richter vertritt die Wüstenrot Bausparkasse die Ansicht, Bausparer sollten das Ziel verfolgen, in absehbarer Zeit das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Ist dies zehn Jahre nach Zuteilung nicht der Fall, dürfen alte Verträge, so das Gerichtsurteil, seitens der Bausparkasse gekündigt werden. Die Wüstenrot Bausparkasse und ihr Vorstandsvorsitzender Bernd Hertweck befürworten diese Entscheidung, da sie die Gemeinschaft jener Bausparer stärkt, die tatsächlich ein Finanzierungsvorhaben verfolgen. Denn durch die Kündigung der hochverzinsten Altverträge wird die finanzielle Stabilität der Bausparkassen gewährleistet, sodass Sparer, die in den nächsten Jahren ein Bauspardarlehen aufnehmen möchten, sich auch weiterhin auf dessen Verfügbarkeit verlassen können. Planungssicherheit ist also ein Vorteil, von dem Bausparer durch das Urteil in jedem Fall profitieren.

Erfahrungen von Sparern, Fragen von Neukunden – Wüstenrot reagiert

Transparenz ist für Wüstenrot ein großes Thema. Deshalb thematisieren wir in diesem Blog Erfahrungen unserer Kunden und beantworten Fragen, die uns nun erreichen. Kunden, die wissen möchten, ob und inwiefern ihr Bausparvertrag betroffen ist, können sich über die auf unserer Website genannten Kontaktmöglichkeiten mit uns in Verbindung setzen.

Lohnt sich der Abschluss eines Bausparvertrags noch?

Eine Frage, die sich in der derzeitigen Mediendiskussion sicher aufdrängt: Ist es sinnvoll, einen neuen Vertrag abzuschließen? Ja, gerade weil die Zinsen zurzeit so niedrig sind, lohnt sich das Bausparen. Wer sich heute einen Vertrag mit besonders attraktiven Konditionen sichert, erhält nach der Ansparphase ein günstiges Darlehen, selbst wenn sich die Zinslage bis dahin nach oben verändert haben sollte.

Ebenso kann sich ein Bausparvertrag für die Anschlussfinanzierung eines laufenden Kredits rechnen – um bereits jetzt mit sicherem Gefühl auf den Ablauf der Zinsbindung zu blicken. Wüstenrot weist auch in Beratungsgesprächen darauf hin, dass ein Vertrag sich insbesondere für anfallende Modernisierungsmaßnahmen lohnt, wenn der Kunde bereits ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat. Wer dann einen kleinen Kredit benötigt, erhält diesen bei Banken oftmals nur als teuren Ratenkredit. Bausparen ist also nach wie vor eine attraktive Option zur Finanzierung – gerne beraten wir Sie zu Ihren Möglichkeiten.